Good Practice: «Blosmusig Woche – taktvoll unterwägs»

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«Blosmusig Woche – taktvoll unterwägs»

Auf einen Blick

  • Name: «Blosmusig Woche – taktvoll unterwägs»
  • Was: Einwöchige regionale Aktionswoche zur Nachwuchsförderung in der Blasmusik
  • Mitglieder: 9 Trägervereine , 4 OK-Mitglieder
  • Ort: Oberes Fricktal
  • Art: Gemeinschaftsaktion
  • Stärken: Niederschwelliger Ansatz, starke Sichtbarkeit, Zusammenarbeit in der Region

Bisher kämpfte bei der Nachwuchssuche fast jeder Dorfverein für sich allein. Um das zu ändern, haben sich neun Vereine für eine grosse, gemeinsame Aktionswoche zusammengeschlossen. Inspiriert von erfolgreichen Beispielen aus anderen Regionen hat ein kleines, vierköpfiges Organisationskomitee das Projekt auf die Beine gestellt, um das Hobby wieder mitten in den Alltag der Menschen zu bringen.

Das Porträt

  • Das Besondere
    Die Aktionswoche lebte davon, dass alle Vereine gemeinsam an einem Strick zogen und gleichzeitig die Vielfalt in den einzelnen Dörfern zeigten. Den Startschuss machte ein grosser Flashmob auf dem Vorplatz eines Supermarkts, bei dem alle neun Vereine ohne langes Proben zusammen spielten. Unter der Woche organisierte jeder Verein eine eigene Aktivität vor Ort: von kleinen Platzkonzerten bei der Gelateria über offene Proben bis hin zu Marschmusik-Runden, bei denen Kinder und Eltern einfach mitlaufen konnten.  Parallel dazu stellte die Musikschule das Angebot direkt in den Primarschulen der Dörfer vor. Am Samstag bündelte sich alles bei einem grossen Schnuppertag mit Festbeizli.  Ein absoluter Hingucker war die Plakatkampagne: In den Dörfern hingen professionelle Porträts von echten Vereinsmitgliedern aus der Region. Sie zeigten die Menschen hinter dem Hobby ganz persönlich – mit ihrer Uniform, aber auch mal in Alltagskleidung und mit Bildunterschriften wie «Queerflötistinnen und Reisefüdlis» oder «Kornetist und Opa».
  • Herausforderungen
    Die grösste Hürde war die Koordination von neun eigenständigen Vereinen, die im Kopf alle schon voll mit den Vorbereitungen fürs Eidgenössische Musikfest beschäftigt waren und kaum Zeit hatten. Viele waren anfangs zudem skeptisch, ob eine solche Aktion nach vielen früheren Versuchen überhaupt etwas bringt. Da das Organisationskomitee selbst sehr klein war, mussten sich die Verantwortlichen extrem effizient aufstellen: Sie wollten den beteiligten Vereinen so viel Arbeit wie nur möglich abnehmen, ohne sich dabei selbst zu übernehmen.
  • Arbeitsweise
    Das OK setzte konsequent auf das Prinzip «Werkzeugkasten». Das bedeutet: Die Beteiligten erhielten verschiedene Vorschläge für mögliche Aktivitäten und konnten völlig frei entscheiden, mit welcher konkreten Aktion sie sich präsentieren wollten.  Um den Aufwand für die einzelnen Vereine so gering wie möglich zu halten, übernahm das Komitee die gesamte Hintergrundarbeit gebündelt für alle. Das OK kümmerte sich um die Koordination, die überregionale Kommunikation und die gesamte Finanzierung des Projekts. Die Vereine erhielten fertige Flyer für ihre Events und das OK organisierte zudem die professionellen Fototermine für die Plakatkampagne. Besonders wichtig für den Erfolg: Das OK besuchte die Vereine persönlich in ihren Proben, um das Projekt vorzustellen und Fragen direkt auf Augenhöhe zu klären. 
  • Erfolg und Resonanz
    Die Vereine traten erstmals geschlossen auf und das Wir-Gefühl in der Region ist spürbar gewachsen. Die Plakate kamen super an – wer anfangs beim Fototermin noch zögerte, war hinterher stolz auf das Ergebnis. Ob die Nachwuchszahlen steigen, wird sich erst mit der Zeit zeigen. Für den ersten Durchgang war es viel entscheidender, wieder gemeinsam sichtbar zu sein, positive Erlebnisse zu schaffen und im Gespräch zu bleiben.
«Blosmusig Woche – taktvoll unterwägs» 4
«Blosmusig Woche – taktvoll unterwägs» 4

Inspiration für deinen Verein:

  • Gute Ideen übernehmen: Das Rad muss nicht neu erfunden werden. Es lohnt sich, erfolgreiche Konzepte aus anderen Regionen oder Sparten zu analysieren und die passenden Puzzleteile für das eigene Vorhaben herauszupicken.  
  • Den Werkzeugkasten packen: Klare Optionen für die Teilnehmenden erleichtern den Einstieg, wenn die Initiatoren den Grossteil der administrativen Arbeit im Hintergrund übernehmen. Je tiefer die Einstiegshürde für die Beteiligten ist, desto grösser ist die Motivation zum Mitmachen.  
  • Das persönliche Gespräch suchen: Ein Besuch direkt vor Ort baut Skepsis am schnellsten ab. Eine Präsentation mit echter Überzeugung nimmt die Beteiligten von Anfang an viel besser mit.  
  • Gesichter zeigen: Die Investition in eine Kampagne mit echten Menschen aus den eigenen Reihen zahlt sich aus. Authentische Gesichter und persönliche Geschichten schaffen Nähe und zeigen das Kulturschaffen von einer ganz neuen Seite.  
  • Gemeinsam auswerten: Ein lockeres Nachtessen nach Projektabschluss und eine koordinierte Feedback-Sitzung mit allen Partnern helfen dabei, die Weichen für eine erfolgreiche Fortsetzung richtig zu stellen.

Auf den Punkt gebracht

«Wenn eine Idee anderswo funktioniert – warum sollte man sie nicht übernehmen? Man pickt sich einfach die passenden Puzzleteile für das eigene Projekt heraus, das ist überhaupt kein Problem.»

  • Weitere Informationen
    Link
  • Instagram-profile: @blasmusikaargau @mg_herznachueken @mgwittnau @musikgesellschaft_frick @mgkaisten @mgwo1919 @musikschule_frick @sbv_asm_abs_usm @jugendmusik.ch
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