Good Practice: Bühnen-Virus 22

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Auf einen Blick

  • Name: Bühnen-Virus 22
  • Was: Theaterverein mit Fokus auf gute Theaterunterhaltung und gezielter Nachwuchsförderung 
  • Mitglieder: 20 aktive Erwachsene sowie zahlreiche Kinder und Jugendliche
  • Ort: Gränichen (Kanton Aargau)
  • Art: Theaterverein für alle Altersgruppen
  • Stärken: Verankerung der Nachwuchsförderung in der Vereins-DNA, persönliche Mitgliederakquise, Mut zur Neugründung

Der Theaterverein Bühnen-Virus 22 wurde im September 2022 in Gränichen gegründet. Dahinter steckte eine einfache Idee: Man wollte der langen Theatertradition im Dorf neuen Schwung verleihen und Dinge anders anpacken. Die Gründer:innen hatten Lust auf einen Verein, der nicht nur verwaltet, sondern aktiv die Zukunft gestaltet und junge Leute mitnimmt.

Sechs erfahrene Theaterleute machten den Anfang. Heute ist der Verein auf zwei Beinen unterwegs: mit jährlichen Volkstheater-Inszenierungen für das breite Publikum und mit einer engagierten Nachwuchsarbeit. Das Ziel: Menschen zusammenbringen, das Lachen fördern und die Leidenschaft fürs Theater teilen – egal, wo man am Ende spielt.

Das Porträt

  • Das Besondere
    Bühnen-Virus 22 hat von Anfang an geschaut, dass hinter dem Verein «kein Loch entsteht»:Die Förderung von jungen Talenten steht als wichtiges Ziel direkt in den Statuten. So bleibt das Thema immer auf dem Tisch. Der Verein bietet verschiedene Programme für Kinder an: die «Minis» (Kindergarten bis 1. Klasse), die «Kids» (2. bis 5. Klasse) und ein Jugendtheater ab der 6. Klasse. Das Wichtigste dabei: Die Jugendlichen werden beim Übergang zu den Erwachsenen an die Hand genommen und ermutigt, dranzubleiben. Kinder, die in den Workshops Feuer fangen, können als Kindermitglieder aufgenommen werden. So gehören sie und ihre Eltern von Tag eins an richtig dazu.
  • Herausforderungen
    Aller Anfang ist schwer: Zuerst mussten die Mitglieder, die sich teilweise noch gar nicht kannten, als Team zusammenwachsen und Vertrauen aufbauen. Die grösste Herausforderung bei den Theaterworkshops für Kinder und Jugendliche ist die Werbung. Wenn die Schule beim Verteilen der Infos mithilft, läuft es super. Fällt diese Unterstützung weg, wird es sofort schwierig, die Gruppen vollzubekommen. Und natürlich ist der Zeitaufwand ein Thema: Da alles an wenigen engagierten Köpfen hängen bleibt, braucht es viel Herzblut, um die verschiedenen Altersgruppen unter einen Hut zu bringen.
  • Arbeitsweise
    Statt sich in komplizierten Vorstandsstrukturen zu verlieren, leitet ein kleines Kernteam den Verein. Die Kurse für den Nachwuchs werden von Leuten geleitet, die selbst aus dem Lehrberuf kommen und Theatererfahrung haben. Neue Mitglieder findet der Verein fast nie über das Internet, sondern durch direktes Ansprechen: beim Sport, im Dorf oder nach der Aufführung an der Bar. Wer sagt: «Früher habe ich auch mal gespielt», bekommt sofort eine herzliche Einladung, einfach mal bei einer Probe vorbeizuschauen.
  • Erfolg und Resonanz
    Schon die ersten Aufführungen waren ein voller Erfolg und haben gezeigt, dass die frische Art des Vereins im Dorf gut ankommt. In nur drei Jahren ist die Zahl der Erwachsenen von 6 auf 20 gestiegen. Die Kinderworkshops boomen und das Jugendtheater ist erfolgreich gestartet. Das liegt auch an der entspannten Einstellung: Den Verantwortlichen ist es wichtig, dass die Leute überhaupt Theater spielen. Wenn jemand mal woanders Theater spielt, z. B. wegen eines Umzugs oder einer Ausbildung, sieht man das sportlich. Hauptsache, die Begeisterung für das Hobby bleibt bestehen – oft kehren die Leute auch wieder zum Verein zurück.
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Inspiration für deinen Verein:

  • Einfach ansprechen: Ob beim Einkaufen oder im Fitness – die beste Werbung ist das persönliche Gespräch. Wer Interesse zeigt, wird direkt eingeladen, mal unverbindlich reinzuschnuppern.
  • Ziele in die Statuten: Überlegt euch bei der Gründung (oder später), was euch wirklich wichtig ist, und schreibt es auf. Wenn «Nachwuchsförderung» in den Statuten steht, wird sie auch umgesetzt.
  • Schulen als Partner: Die Zusammenarbeit mit Schulen ist Gold wert, um Kinder und Jugendliche zu erreichen. Pflegt diese Kontakte persönlich.
  • Dranbleiben beim Älterwerden: Plant den Weg von der Kindergruppe bis zu den Erwachsenen. Wer den Übergang begleitet, verliert die Talente nicht auf dem Weg.
  • Kurz und knackig reflektieren: Macht nach der Saison ein schnelles «Was war gut, was nicht?». Aus kleinen Fehlern bei der Probenplanung oder den Fototerminen lernt man fürs nächste Jahr am meisten.

Auf den Punkt gebracht

«Wenn du jemanden direkt ansprichst, ist das immer noch am erfolgreichsten. Man muss offen auf die Leute zugehen, Chancen bieten und dabei flexibel sein.»

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