Good Practice: weltCHOR Baden

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Welt CHOR Baden c Visual Moments

Auf einen Blick

  • Wer: Weltchor Baden
  • Was: Interkultureller Chor für alle Stimmen
  • Mitglieder: Über 200 zahlende Mitglieder, ca. 120 aktive Sänger:innen pro Probe
  • Ort: Baden (Aargau)
  • Art: Niederschwelliger Mitmach-Chor ohne Beitrittshürden
  • Stärken: Offenheit, gelebte Inklusion, starke Gemeinschaft

Der WeltCHOR Baden entstand vor zehn Jahren aus einer Initiative der Fachstelle Integration der Stadt Baden. Die Idee: Ein Chor, der Integration nicht als Pflichtprogramm versteht, sondern als gemeinsame Freude am Gesang. Gründerin Sabine Graser und Dirigent Daniel Pérez – der einzige bezahlte Profi im Verein – waren von Beginn an dabei. Was ursprünglich für 10 bis 20 Personen geplant war, lockte bereits zur ersten Probe 70 Interessierte an. Heute vereint der WeltCHOR über 200 Menschen aus 33 Nationen.

Das Porträt

  • Das Besondere
    Bei WeltCHOR stehen die Türen für alle offen: Man muss nicht singen können und man muss auch nicht immer dabei sein. Man muss sich nur einmal anmelden und es gibt kein Vorsingen – wer da ist, singt mit; wer nicht da ist, muss kein schlechtes Gewissen haben. Das Repertoire ist genauso bunt wie die Gemeinschaft selbst: Volkslieder auf Ungarisch, Spanisch, Arabisch, Hindi oder Französisch. Damit alle mithalten können, nimmt der Dirigent die Stimmen speziell für Konzerte auf, sodass die Mitglieder zu Hause flexibel üben können. Auch finanziell bleibt der Chor zugänglich: Der Jahresbeitrag wurde bewusst niedrig auf 20 Franken gehalten – und wer das nicht bezahlen kann, ist trotzdem willkommen.
  • Herausforderungen
    Was als gefördertes Integrationsprojekt startete, muss sich heute zunehmend selbst tragen – eine Aufgabe, die von Jahr zu Jahr anspruchsvoller wird. Da der Chor konsequent am Grundsatz festhält, niemanden aus finanziellen Gründen auszuschliessen, bleibt der Spielraum bei einem Mitgliederbeitrag von 20 Franken eng. Die Suche nach langfristigen Finanzierungsmodellen, die den freien Geist des Chors nicht einschränken, bleibt eine zentrale Aufgabe.
  • Arbeitsweise
    Die Vereinsführung ist unkompliziert: Der Vorstand trifft sich meist kurz vor den Proben. Die Kommunikation läuft über ein einfaches Online-Tool, das effizient und sparsam eingesetzt wird. Projektbezogenes Engagement ist ausdrücklich erwünscht: Wer Texte schreiben, fotografieren oder ein Programm gestalten möchte, kann dies tun, ohne ein festes Vorstandsamt zu übernehmen. Selbst die Mitgliederversammlung folgt diesem Geist: Sie dauert oft weniger als eine Stunde und der Finanzbericht wurde auch schon in Reimform vorgetragen.
  • Erfolg und Resonanz
    Das Konzept geht auf: 200 Mitglieder aus 26 Nationen und bis zu 100 Stimmen auf der Bühne sprechen für sich. Während der Konzertphasen gibt es sogar eine Warteliste. Für viele ist der WeltCHOR der erste Berührungspunkt mit dem Vereinswesen überhaupt. Die Anfragen für öffentliche Auftritte – von Stadtfesten bis zur Badefahrt – nehmen stetig zu. Die beste Werbung bleibt dabei das Singen selbst: im Park, auf der Strasse oder überall dort, wo man die ansteckende Freude des Chors hören kann.

Inspiration für deinen Verein:

  • Schwellen abbauen: Lasst die Leute einfach reinkommen. Kein Vorsingen, keine Probezeit. Je niedriger die Einstiegshürde, desto mehr Menschen trauen sich den ersten Schritt zu.
  • Engagement wählbar machen: Nicht alle müssen alles machen. Projektbezogene Aufgaben sind ideal für jene, die sich einbringen wollen, ohne sich langfristig an einen Posten zu binden.
  • Freude vor Perfektion: Beim WeltCHOR wird gelacht, improvisiert und auch mal falsch gesungen. Diese Leichtigkeit ist es, die die Mitglieder hält. Wer Spass hat, kommt wieder.
  • Die GV entschlacken: Eine kurze, lockere Mitgliederversammlung ist ein Zeichen von Respekt gegenüber der Zeit eurer Mitglieder. Es darf auch mal ein Gedicht statt eines trockenen Berichts sein.
  • Sichtbar werden: Spontane Auftritte auf dem Marktplatz oder beim Stadtfest sind die beste Werbung. Authentisch, nahbar und einladend – das überzeugt mehr als jeder Flyer.
WeltCHOR Baden (c) Visual Moments

Auf den Punkt gebracht

 „Stellt die Freude in den Vordergrund. Gebt den Menschen die Möglichkeit, einfach mal reinzuschnuppern, ohne gleich eine grosse Verpflichtung einzugehen. Es darf auch einfach mal einfach sein."

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